{"id":1083,"date":"2017-10-08T20:26:00","date_gmt":"2017-10-08T20:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/tobiashammerl.de\/?p=1083"},"modified":"2018-11-24T22:46:39","modified_gmt":"2018-11-24T22:46:39","slug":"eine-krachende-niederlage-und-nun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/derhammerl.de\/?p=1083","title":{"rendered":"Eine krachende Niederlage &#8211; und nun?"},"content":{"rendered":"<div id=\"js_g\" class=\"_5pbx userContent _22jv _3576\" data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\">\n<div id=\"attachment_1078\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/hammerl.lmeq-systems.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Hammerl-Foto-Thomas-Witzgall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1078\" class=\"size-medium wp-image-1078\" src=\"http:\/\/hammerl.lmeq-systems.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Hammerl-Foto-Thomas-Witzgall-300x200.jpg\" alt=\"Tobias Hammerl am Kumpfm\u00fchler Markt\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/derhammerl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Hammerl-Foto-Thomas-Witzgall-300x200.jpg 300w, https:\/\/derhammerl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Hammerl-Foto-Thomas-Witzgall-768x512.jpg 768w, https:\/\/derhammerl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Hammerl-Foto-Thomas-Witzgall-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/derhammerl.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Hammerl-Foto-Thomas-Witzgall.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1078\" class=\"wp-caption-text\">Tobias Hammerl w\u00e4hrend des Wahlkampfes<\/p><\/div>\n<p>Es sind nun zwei Wochen vergangen, seitdem die SPD bei der Bundestagswahl eine historisches Niederlage erlitten hat. Weder k\u00f6nnen wir uns mit rund 20% Stimmenanteil noch ernsthaft als Volkspartei bezeichnen, noch kann man nach vier Niederlagen bei Bundestagswahlen in Folge von einer Durststrecke sprechen. Auch das Ergebnis, welches wir im Wahlkreis erzielt haben, ist besch\u00e4mend und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich eine herbe Entt\u00e4uschung. Die Zahlen sprechen f\u00fcr sich: Die AfD hat uns bei den Zweitstimmen im Landkreis \u00fcberholt und in der Stadt sind die Gr\u00fcnen mit der SPD gleichauf. Man kann zu keinem anderen Schluss kommen: Die SPD, so wie wir sie bis jetzt kannten, steht am Abgrund.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich an dieser Stelle zun\u00e4chst bei allen ganz herzlich bedanken, welche die SPD und mich in diesem Wahlkampf unterst\u00fctzt haben. Ganz besonders danke ich meinem Stadtratskollegen Juba Akili, der in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten immer an meiner Seite stand. Das letzte Jahr war f\u00fcr mich auch ein ungeheuerer Erfahrungs- und Lernprozess. Ich habe als Kandidat viel richtig, aber auch einiges falsch gemacht. Alle die mich beim Dazulernen unterst\u00fctzt und mit mir Geduld hatten, m\u00f6chte ich deshalb auch meinen herzlich ausdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Ich bin froh, dass unser Parteivorsitzender schon w\u00e4hrend der Telefonkonferenz am Wahlsonntag klar gemacht hat, dass es kein \u201eWeiter so\u201c gibt. Umso erstaunter habe ich zur Kenntnis genommen, wie schnell von Union, FDP und Gr\u00fcnen der Ruf laut wurde, die SPD d\u00fcrfe sich einer Neuauflage der Gro\u00dfen Koalition nicht kategorisch verweigern. Doch, dass darf die SPD &#8211; und aus meiner Sicht muss sie das auch, denn in keiner anderen Art und Weise ist das Wahlergebnis zu interpretieren. Wir haben keinen Regierungsauftrag!<\/p>\n<p>Der Gang in die Opposition kann dabei aber nur der erste Schritt der Erneuerung sein. Die SPD muss neu &#8211; und zwar von unten &#8211; gedacht und aufgebaut werden. Und dazu m\u00fcssen endlich auch unangenehme Wahrheiten auf den Tisch. Eine davon ist, dass einige, welche auf den sichersten Listenpl\u00e4tzen wieder in den Bundestag eingezogen sind, Teil unseres Problems sind und ich mir nur sehr schwer vorstellen kann, wie diese in den n\u00e4chsten vier Jahren zum Teil der L\u00f6sung werden sollen. Demgegen\u00fcber bin froh, dass sich die BayernSPD im Landesvorstand bereits vor der Wahl neu aufgestellt hat.<\/p>\n<p>Auch wenn diejenigen, die Funktionen in der Partei haben, eine besondere Verantwortung tragen, so ist doch eine weitere &#8211; vielleicht sogar noch unangenehmere &#8211; Wahrheit, dass jedes einzelne Mitglied f\u00fcr die Entwicklungen der letzten Jahre mit die Verantwortung tr\u00e4gt. Denn jedes einzelne Mitglied tr\u00e4gt durch die Wahl von Vorst\u00e4nden und Delegierten zur Auswahl des Spitzenpersonals bei. Und jedes Mitglied tr\u00e4gt auch zur inhaltlichen Ausrichtung dieser Partei bei.<\/p>\n<p>Ja, es gibt auch diejenigen, welche bereits nach den letzten drei Niederlagen im Bund die Vers\u00e4umnisse und inhaltlichen Defizite der Partei angesprochen haben und die 2013 gegen die Groko gestimmt haben. Aber sie waren bisher im Vergleich zu \u201eWeiter so\u201c-Fraktion klar in der Minderheit. Aber weder kann es in Zukunft ein \u201eWeiter so\u201c geben, noch d\u00fcrfen wir weiter mit dem Finger auf die Parteif\u00fchrung zeigen und hoffen, dass irgend ein Kaiser oder Tribun die SPD retten wird. Das m\u00fcssen wir schon selber tun.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen jetzt die Fenster und T\u00fcren unserer Partei weit aufmachen und frischen Wind durch unsere Nebenzimmer wehen lassen. Wir m\u00fcssen die Sozialdemokratie neu f\u00fcr das 21. Jahrhundert aufstellen. Und daf\u00fcr brauchen wir eine neue sozialdemokratische Vision dieses Landes! Wir brauchen eine Vision, wie die Gesellschaft in 30 oder 50 Jahren aussehen soll! Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, den Ist-Zustand als gegeben hinzunehmen und nur die Symptome zu behandeln. Wir m\u00fcssen die Ursachen der Ungerechtigkeit bek\u00e4mpfen. Als unsere Vorg\u00e4nger vor 150 Jahren sich eine soziale und demokratische Gesellschaft erdacht haben, in der alle Menschen gleiche Rechte haben, in der Frauen w\u00e4hlen d\u00fcrfen und in der jeder unabh\u00e4ngig von seiner Herkunft die gleichen Chancen im Leben haben sollte, war dies nur eines: eine k\u00fchne Vision! Dennoch haben die Altvorderen diese Vision Schritt f\u00fcr Schritt Wirklichkeit werden lassen, es ist die Gesellschaft in der wir heute leben. Und genau heute, genau jetzt, brauchen wir wieder eine k\u00fchne Vision einer sozialen und demokratischen Gesellschaft. Ohne eine Vision f\u00fcr die Zukunft dieses Landes und seiner Menschen hat die SPD Partei schlicht und ergreifend keine Daseinsberechtigung.<\/p>\n<p>Und eine starke, zukunftsorientierte SPD wird so dringend gebraucht! Wir m\u00fcssen endlich dem Vormarsch des autorit\u00e4ren Kapitalismus, oder der \u201emarktkonforme Demokratie\u201c, wie es Bundenskanzlerin Merkel ausdr\u00fcckte, Einhalt gebieten und diesem unsere eigene Vision entgegen stellen. Wir m\u00fcssen dem \u00f6konomistischen Denken, das Menschen nur nach ihrem Wert f\u00fcr die Wirtschaft beurteilt, ein sozialdemokratisches und humanistisches Menschenbild entgegen setzen. Wir m\u00fcssen statt der Aush\u00f6hlung der B\u00fcrger- und Menschrechte auf die Freiheit des Individuums dr\u00e4ngen! Wir d\u00fcrfen dem Aufkeimen des neuen Nationalismus nicht tatenlos zusehen, sondern m\u00fcssen uns daran erinnern, dass wir seit 150 Jahren f\u00fcr V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und Frieden eintreten!<\/p>\n<p>Ob es die SPD schafft sich neu zu erfinden, h\u00e4ngt nun von jedem einzelnen Mitglied ab! Ich werde in jedem Fall alles tun, damit wir in vier Jahren auf diese Wahl als Wendepunkt in der Geschichte der SPD zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen. Es wird ein steiniger und harter Weg, aber ich gemeinsam k\u00f6nnen wir diesen meistern.<\/p>\n<p>Solidarisch!<br \/>\nTobias<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"_1dwg _1w_m\"><\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es sind nun zwei Wochen vergangen, seitdem die SPD bei der Bundestagswahl eine historisches Niederlage erlitten hat. 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