{"id":329,"date":"2012-08-06T20:53:18","date_gmt":"2012-08-06T20:53:18","guid":{"rendered":"http:\/\/hammo.lima-city.de\/?p=329"},"modified":"2012-08-12T12:00:11","modified_gmt":"2012-08-12T12:00:11","slug":"ein-herz-fur-radler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/derhammerl.de\/?p=329","title":{"rendered":"Ein Herz f\u00fcr Radler"},"content":{"rendered":"<p>Radlfahren in Regensburg: Was als Alliteration, mit rollendem &#8220;R&#8221;, eine hervorragende Kombination\u00a0 ergibt, sind in der Realit\u00e4t zwei Welten, die sich kopfsch\u00fcttelnd gegen\u00fcber stehen. Dies ist insofern bemerkenswert, da doch Radlfahrer und Radlfahrerinnen auch RegensburgerInnen sind.<\/p>\n<p>\u00dcber vermeintliche und tats\u00e4chliche Regensburger Verkehrsprobleme wurde in der Tat schon viel gesagt und noch mehr geschrieben. Und die Klagen von Autofahrern, Radlern und Fu\u00dfg\u00e4ngern sind alle im Grunde berechtigt, allerdings mit einem kleinen aber feinen &#8211; und vor allem grundlegenden &#8211; Unterschied: Radfahrer verf\u00fcgen nicht \u00fcber exklusive Verkehrsr\u00e4ume wie Autobahnen und Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen, sondern sind a priori immer nur geduldet. Stra\u00dfen sind das Habitat des Automobilisten, B\u00fcrgersteige geh\u00f6ren dem Fu\u00dfg\u00e4nger. Existieren &#8211; ausnahmsweise &#8211; Radwege, so werden diese entweder zum Parkplatz oder zur \u00dcberholspur f\u00fcr SUK &#8211; \u00fcberbreite Sports Utility Kinderw\u00e4gen &#8211; umfunktioniert. Der Grund ist relativ einfach: Irgendwie scheint in den K\u00f6pfen immer noch die \u00dcberzeugung fest verankert, dass der Radfahrer und die Radfahrerin nicht Radfahren M\u00dcSSEN. Wer auf einem Drahtesel sitzt, macht dies als Freizeitbesch\u00e4ftigung, zur sportlichen Ert\u00fcchtigung oder aus ideologischer \u00dcberzeugung. Auf das Auto ist man angewiesen, zu Fu\u00df muss man gehen, aber Radfahren muss man nicht. Doch aufgrund ver\u00e4nderter urbaner Lebensentw\u00fcrfe und sozio-\u00f6konomischer Rahmenbedingungen ist das Fahrad f\u00fcr immer mehr Menschen nicht das Fortbewegungsmittel der Wahl, sondern schiere Notwendigkeit.<\/p>\n<p>Obwohl es mittlerweile sogar einen &#8220;Nationalen Radverkehrsplan&#8221; gibt, stehen diesem gerade einmal &#8220;3 Mio. <abbr title=\"Euro\">\u20ac<\/abbr> zur Verf\u00fcgung, mit denen nicht-investive Ma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert werden, die in besonderem Ma\u00dfe innovativ und die auf andere St\u00e4dte und Gemeinden \u00fcbertragbar sind.&#8221; Dies entspricht ungef\u00e4hr den Kosten f\u00fcr 500 Meter (!) deutscher Autobahn. Die daraus entwickelten 46 Ma\u00dfnahmen wurden mittlerweile dem zust\u00e4ndigen Minister, Dr. Peter Ramsauer (CSU), im September 2011 \u00fcbergeben, ein Kabinettsbeschluss steht jedoch noch aus.<\/p>\n<p>Individuelle Mobilit\u00e4t kann in Zukunft alleine durch das Auto nicht mehr sicher gestellt werden, da die daf\u00fcr notwendigen Ressourcen in Zukunft volkswirtschaftlich einfach nicht mehr aufgebracht werden k\u00f6nnen. Nur in der optimalen Vernetzung aller Verkehrsmittel kann die von unserer Gesellschaft &#8211; nicht von der Wirtschaft allein &#8211; geforderte Mobilit\u00e4t erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Betrachtet man nur die Situation am Regensburger Hauptbahnhof, so wird schnell klar, dass es quasi an allen Ecken und Enden hapert. Kommend von der Maximilianstra\u00dfe muss der Radfahrer &#8211; zwecks fehlendem Radweg &#8211; zun\u00e4chst auf H\u00f6he der Albertstr. auf die Mittelspur wechseln und versuchen, zwischen Stadtbussen und Autofahrern geradeaus zum Bahnhof zu fahren. Um zum Radst\u00e4nder zu gelangen, ist nach dem Rechtsabbiegen ein weiterer Spurwechsel zum Linksabbiegen notwendig. Der Radfahrer muss dazu erneut auf den Mittelstreifen einer vierspurigen Stra\u00dfe wechseln. Nach dem hoffentlich erfolgreichen Abbiegen schl\u00e4ngelt man sich an Bussen und parkenden Taxen vorbei, um schlie\u00dflich festzustellen, dass der Radst\u00e4nder wieder einmal hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt ist.<\/p>\n<p>Und wie k\u00f6nnte es stattdessen sein? Der Bahnhof ist von allen Seiten auf einem doppelspurigem Radweg erreichbar und das Radfahren im Bereich der Allee ist generell erlaubt, um so den Rad- vom Autoverkehr zu trennen. Sowohl auf der Seite der Arcaden, als auch auf der Seite der Stadt sind ausreichend Radelstellpl\u00e4tze vorhanden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist die Mitnahme von Fahrr\u00e4dern im Zug kostenlos. Deshalb befinden sich in unmittelbarer N\u00e4he der Fahrradstellpl\u00e4tze zus\u00e4tzliche Fahrkartenautomaten der DB und des RVV. Von dort gelangt der Pedalist auf einem eigenen Fahrstreifen bis zu den ger\u00e4umigen Aufz\u00fcgen oder Rampen, die auf den \u00dcbergang zu den Gleisen f\u00fchren. Auch auf dem Bahnsteig gibt es Stellpl\u00e4tze f\u00fcr R\u00e4der, so dass umsteigende Reisende ihr Rad auch kurz stehen lassen k\u00f6nnen, wenn sie im Bahnhof eine Erfrischung kaufen wollen. Im Zug sind ausreichend gro\u00dfe Abteile vorhanden, die auch gro\u00dfen Radfahrgruppen bequem Platz bieten: Rad &amp; Bahn in perfektem Einklang.<\/p>\n<p>Ein Teil dieser Ma\u00dfnahmen w\u00e4re ohne gro\u00dfen finanziellen Aufwand sofort umsetzbar. Aber wie gesagt: Radfahren MUSS ja niemand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radlfahren in Regensburg: Was als Alliteration, mit rollendem &#8220;R&#8221;, eine hervorragende Kombination\u00a0 ergibt, sind in der Realit\u00e4t zwei Welten, die sich kopfsch\u00fcttelnd gegen\u00fcber stehen. 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